Facebook-77px Person    

14 

Aus gegebenem Anlass befasse ich mich derzeit über die Sinnhaftigkeit des Grundwehrdienstes beim österreichischen Bundesheer. Da ich derzeit meinen Grundwehrdienst leiste, kann ich hautnah berichten und urteilen. Ich weiß, dass es bereits am 20. Jänner 2013 eine Volksbefragung für die Beibehaltung der Wehrpflicht gegeben hat, trotzdem ist nicht alles eitel Wonne. Denn die Einsparungen beim Bundesheer spürt man speziell in der Grundausbildung als frisch eingerückter Rekrut. Es fehlt an jedem Euro für eine Feldwoche, für mehr Fahrten zu Ausbildungsdiensten und für ausführliche Gefechtsdienste. Die Meinungen zum Bundesheer und zum verpflichteten Grundwehrdienst gehen auseinander und jeder hat andere Vorstellungen, wie die Landesverteidigung in Zukunft funktionieren soll, aber eines müssen wir beachten: Beim Bundesheer geht es nicht „nur“ um Landesverteidigung. Gerade sind die Grundwehrdiener des 2. Bau und Pionier Zugs, die vor mir in die Kaserne eingerückt sind, in Leibnitz und arbeiten 6 Tage die Woche, um die Schäden des Hochwassers zu beseitigen. Es sind Grundwehrdiener die beim Bundesheer auf Katastrophenschutz spezialisiert worden sind. Der Zug, so nennt man eine Gruppe von Grundwehrdienern einer Kaserne, hat gelernt schnell zu arbeiten und zusammen zugreifen. In der Katastrophenschutzausbildung werden wir Pioniere auch im Umgang mit der Kettensäge geschult und geprüft. Mit den Bergungsgeräten des Bundesheeres und der Kraft und Kompetenz von Grundwehrdienern konnten schon viele Schäden von Katastrophen schneller beseitigt werden. Nicht nur der Katastrophenschutz ist ein wichtiger Punkt, vor allem Sport und Fitness ist beim Bundesheer einer der großen Säulen. Ein junger gesunder Mensch ist wichtig, nicht nur für den Einzelnen, sondern für die gesamte Gesellschaft. Auch Ordnung und Sauberkeit kann und wird trainiert. Nicht nur in der Kaserne hat alles seinen Platz, auch Zuhause wird genauer geordnet und das ist wichtig und richtig. Disziplin wird oft negativ empfunden, aber ich merke erst, wie wichtig die „häuslich-elterlichen Sitten“ sind. Ein anständiges Benehmen ist das A und O nicht nur beim Heer, sondern eine Eigenschaft, die das ganze Leben lang von Vorteil ist. Und wahrscheinlich einer der wichtigsten Punkte ist die Kameradschaft. Der eine packt den Rucksack schneller, der andere ist ein Profi beim Kopfrechnen. Jeder Grundwehrdiener findet schnell seine Stärken und Schwächen. Trotzdem ist zu beachten: Die gesamte Gruppe ist nur so stark, wie das schwächste Glied.